BOSCHAGROUP - HISTORIE
Ottmar Bodenschatz, gelernter Textilkaufmann, ließ als eines von 7 Kindern der Eheleute Heinrich und Babette Bodenschatz ein bereits von seinem Vater betriebenes Handelsgeschäft im März 1927 amtlich registrieren. Er nannte die Firma in dankbarer Erinnerung an seinen verstorbenen Vater „Heinrich Bodenschatz Junior”, mechanische Weberei. Damit war der Grundstein für die heutige „BOSCHAGROUP GmbH & Co. KG” gelegt.
In Zusammenarbeit mit seinem Bruder Alfred entwickelt sich die Firma rasch. Ottmar produziert Gewebe und lässt zusätzlich bei Heimwebern Bastmatten herstellen, aus denen Alfred dekorativ bestickte Einkaufstaschen produziert.
1940 wird erstmals die Leipziger Messe mit einer Taschenkollektion beschickt. Das Unternehmen firmiert nun unter „Bodenschatz Jun. KG”. Während des 2. Weltkrieges muss die Produktion wegen Materialmangels stark reduziert werden. Zur Auslastung des Personals werden handgenähte Tierchen aus Plastikmaterialien hergestellt.

Nach Kriegsende besteht ein enormer Bedarf an Gebrauchs- und Konsumgütern. So entwickeln sich die
50-er Jahre als „Wirtschaftswunderzeit” mit großer Dynamik. Ottmar ersetzt die Bastmattenherstellung durch weitere moderne, mechanische Webstühle. Unter der Regie von Alfred entsteht aus der Basttaschenmanufaktur eine zukunftsorientierte Produktion von Einkaufs- und Handtaschen. Verarbeitet werden von Bruder Ottmar produzierte Schottenstoffe, zugekaufte Spezialgewebe und Plastikmaterialien. Das „
Boscha”-Siegel mit den 3 Tannen wird aus der Taufe gehoben.

Das Unternehmen beschäftigt Mitte der
50-er Jahre bereits ca. 200 Mitarbeiter.
1959 verstirbt Ottmar Bodenschatz unerwartet. Alfred führt die Geschäfte zweier unterschiedlicher Branchen, verstärkt durch zwei Prokuristen, kraftvoll allein weiter.
Er entwickelt zielstrebig werbliche Aktivitäten in der Fachpresse und über die Auslagen des Einzelhandels, kooperiert mit Stars von Film und Fernsehen und produziert TV Spots.

Die teuren Aktionen sind aber auf Dauer nicht finanzierbar, erregen jedoch Aufmerksamkeit.
In den
60-er Jahren
wird zunehmend echtes Leder verarbeitet, der Personalstand erhöht sich
auf 250 Mitarbeiter. Das Sortiment wird um Reisegepäck und Koffer
erweitert. Klaus und Bernd Bodenschatz, die beiden Söhne von Alfred
Bodenschatz, übernehmen nach Beendigung ihrer Lehr- und Wanderjahre
ebenfalls Schlüsselpositionen. Klaus zeichnet für Betriebsleitung,
Personal und Vertrieb, Bernd für das Design verantwortlich. Zusätzliche
größere Zweigwerke in Helmbrechts (
1962) und Stadtsteinach (
1969) werden erworben.
Der Erfolg setzt sich auch in den 70-er Jahren fort. 1971 wird ein Großauftrag von 1,2 Millionen Stück Kulturtaschen nach neun Monaten pünktlich geliefert. Er bleibt mit Abstand der größte Einzelauftrag in der Firmengeschichte. 320 Mitarbeiter, rund 100 Heimarbeiter sowie Subunternehmer aus dem Offenbacher Raum belegen das Wachstum.
1972 wird die Firma „Bodenschatz Jun. KG” in zwei juristisch selbständige Firmen für textile Gewebe und Lederwaren getrennt. Das Textilunternehmen firmiert neu unter „Webotex KG” und wird von Wilhelm Bodenschatz, Sohn des verstorbenen Ottmar Bodenschatz, geleitet. Der Lederwarenbetrieb firmiert unter der bisherigen Bezeichnung „Bodenschatz Junior KG” weiter. Klaus und Bernd Bodenschatz werden Mitgesellschafter und Geschäftsführer, Vater Alfred zieht sich Schritt für Schritt zurück.
Mitte der 70-er Jahre drücken die Importe in den deutschen Markt, es gibt erste Erkundungsreisen ins europäische Ausland, nach Mittel- und Fernost. Die Überlebensfähigkeit des Unternehmens muss gesichert werden. Alfred kämpft zwar um die heimischen Arbeitsplätze, aber die Produktion muss Zug um Zug ins Ausland verlagert werden. Die betrieblichen Aufgaben werden neu geordnet. Bernd verantwortet nun die Fertigung, Klaus kümmert sich um den Aufbau des Imports und den administrativen Bereich. Die erste Importkollektion erscheint 1978 für eine junge Käuferschicht unter dem Namen „Petite Fleur”. Die Umsätze im Inland stabilisieren sich, Export und Industrie wachsen.
Eine behutsame Gratwanderung — die Umwandlung eines Produktionsbetriebes zum Handelsunternehmen — mit besonderer Rücksicht auf die vielen langjährigen Mitarbeiter, hat begonnen. Alfred Bodenschatz erlebt diese Entwicklung nicht mehr, er verstirbt
1982.

„Petite Fleur” sichert rund 40% des Umsatzes, die Marke „
BOSCHA” wird überprüft und
1984 „umgetauft” in den Familiennamen „Bodenschatz”. Unverwechselbar, klangvoll und mit einer positiven Aussage. Jedoch stellt man schnell fest, dass zwei Hauptmarken auf Dauer finanziell zu aufwendig sind und parallel nicht aktiv beworben werden können. Somit wird „Petite Fleur” wieder eingestellt.
Das Importangebot wird
1987 erweitert um Kleinlederwaren, eine wichtige, positive Entscheidung für die Zukunft.
1989 wird ein Einkaufsbüro zur Qualitäts- und Terminsicherung in Indien eröffnet.
Mit der politischen Wende zu Beginn der neunziger Jahre eröffnen sich neue Märkte, sozusagen vor der Haustür. Klaus betreibt den Aufbau der Märkte im Osten Europas. Es gelingt, als erste westdeutsche Marke der Lederwarenbranche flächendeckend in der ehemaligen DDR vertreten zu sein. Der Umsatz steigt innerhalb eines Jahres um mehr als 40%.
1992 wird dem Unternehmen der erste deutsche Lederwarenpreis vom Bundesministerium für Wirtschaft zuerkannt. 1993 folgt ein weiteres Einkaufsbüro in Hongkong. Mitte der 90-er Jahre ist Bodenschatz wiederum als erste deutsche Marke der Branche in den baltischen Staaten und in Russland vertreten. Die zwischenzeitlich stark geschrumpfte deutsche Fertigung, die in den letzten Jahren u. a. mit Industrieaufträgen und Produktionen der Marken MCM und BMW ausgelastet werden musste, wird 1996 eingestellt.
Zum gleichen Zeitpunkt werden Holger Bodenschatz, Betriebswirt, und Uwe Budemann, Betriebswirt, zunächst zu Prokuristen bestellt. Der nächste Generationswechsel beginnt sich Schritt für Schritt zu vollziehen. Als Geschäftsführer starten sie mit Beginn des neuen Millenniums den Aufbruch zu neuen Ufern und zeichnen von nun ab für das operative Geschäft allein verantwortlich.

Im
Dezember 2000 wird die Lizenz zur Erstellung und weltweiten Vermarktung der Lederwarenkollektion für „
Betty Barclay Accessories” gesichert. Das Lizenzgeschäft wird ausgeweitet. Es folgen
2004 „Lloyd Men” und
2005 „Lloyd Women”, seit
2007 dann die Lizenz für „
Olsen bags”, sowie die trendige Marke „
elgg-of-switzerland”. Kompetenz in Produkt und Design sowie Qualität werden belohnt.
Zum 2. Mal geht der Deutsche Lederwarenpreis im Jahr 2006 nach Presseck.
2007 wird in „BOSCHAGROUP GmbH & Co. KG” umfirmiert und die nostalgische Eigenmarke „
BOSCHA” zu neuem Leben erweckt.
Bernd Bodenschatz schied
2004 als Geschäftsführer aus, Klaus folgt ihm in Kürze.